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Ägyptische Zeitung photoshopt die Realität

Samstag, 18. September 2010 , von Freeman um 15:00

Die grösste ägyptische Zeitung Al Ahram hat Tatsachen verfälscht, in dem sie ein Foto über die Nahostgespräche in Washington mit Photoshop manipuliert hat. Im Original führt Obama die Gruppe der teilnehmenden Staatsmänner an und Mubarak ist letzter. Im Artikel der Zeitung darüber wird aber ein Foto gezeigt, wo der ägyptische Präsident vorneweg läuft vor Obama.

Der ägyptische Blogger Wael Khalil hat diese Fälschung entdeckt, in der Al Ahram die Position von Mubarak im Foto veränderte, welches Obama, Netanjahu, Abu Mazen and Abdullah II im Korridor des Weissen Haus zeigt. Laut Al Ahram war Mubarak dann der Anführer der Gruppe, um ihn wohl besser und als leitende Figur aussehen zu lassen.

Das erinnert an die Stalinzeit, wo auch unliebsame Parteigenossen nachträglich aus den Bildern verschwunden sind oder wie im Buch 1984 von George Orwell, wo im Wahrheitsministerium die Texte und Fotos auf Befehl der Partei umgeändert wurden.

Hier das Original mit Mubarak hinten links und Obama vorne:



Hier das Foto wie es in der Zeitung erschien mit Mubarak vorne:



Auf der Webseite von Al Ahram wurde auch das gefälschte Foto gezeigt:



So ist heute dieses Foto in ihrer Slideshow immer noch zu sehen:



Bibi links wirft dann auch keinen Schatten, wie ein Vampir, was er ja auch ist ;-) Und Mubarak zeigen sie spiegelverkehrt.

Der Blogger Wael Khalil erzählte AP, das ist ein Beispiel der Tricks wie Ägypter tagtäglich getäuscht werden. "Sie lügen uns die ganze Zeit an," sagt er, "statt die echten Themen anzusprechen machen sie es mit Photoshop."

Am Freitag hat der Chefredakteur der Zeitung, Ossama Saraya, zugegeben, die dem ägyptischen Staat gehört, ja das Foto wurde geändert, welches den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak vorne statt hinten zeigt. Er meinte, das Foto "sollte expressiv sein," um wie er meinte, "die präzise politische Position von Mubarak" in der Suche nach Frieden im Nahen Osten und in seiner "einzigartigen Rolle als Anführer der Gespräche" zu zeigen.

insgesamt 9 Kommentare:

  1. Juergen sagt:

    Mir hat besonders die Krawatte gefallen einmal links einmal rechts ;-)

  1. Steven Rest sagt:

    vertraue nur den Bildern die du selber gefaelscht hast!

  1. xabar sagt:

    Dieser Trick ist tatsächlich alt: Stalin machte das mit dem Bild, auf dem Lenin und Trotzki zu sehen sind und beide zur Mobilisierung des russischen Volkes gegen die Invasion von 14 Staaten gegen die junge Sowjetrepublik aufrufen, aber auch mit anderen Bildern, z. B. mit dem Foto, auf dem Stalin mit seinem Geheimdienstchef Jeschow und Molotow zu sehen ist. Später wurde Jeschow, der in Ungnade fiel, wegretuschiert. Trotzki, der ganz in der Nähe des Rednerpults von Lenin stand, durfte nach 1927, nachdem Stalin ihn in die Verbannung geschickt und zur Unperson erklärt hatte, nicht mehr ein enger Verbündeter Lenins gewesen sein, der er in Wirklichkeit, zumindest ab der Oktoberrevolution von 1917, immer gewesen war. Trotzki, der Vater der Roten Armee und des Abwehrkampfes gegen die Konterrevolution und die ausländischen Interventen, durfte nur noch ein 'Volksfeind' sein, um Stalin als Nachfolger Lenins zu legitimieren.

    Aber auch andere Stalinisten konnten dies gut: Auf dem letzten Photo vor Ernst Thälmanns Verhaftung durch die Nazis Ende Februar 1933 sieht man die Mitglieder des ZK der KPD auf der letzten großen Berliner Kundgebung gegen die Nazis nach ihrem Einfluss in der KPD geordnet neben Thälmann sitzen. Walter Ulbricht, sitzt ganz außen. Später saß er plötzlich direkt neben Thälmann, um seinen Machtanspruch als 'rechtmäßiger' Nachfolger Thälmanns und als Chef der SED zu legitimieren. Ulbricht war neben Wilhelm Pieck und Herbert Wehner (später Bonner Minister und SPD-Fraktionschef) der Mann, der Stalins Säuberungen in der Moskauer KPD umsetzte und reihenweise alte, bewährte KPD-Leute dem NKWD, Stalins Geheimdienst, ans Messer lieferte. Sie durften keine engen Verbündeten von Thälmann mehr gewesen sein und mussten aus dem Foto verschwinden.

    Es sind die Methoden von Diktatoren, die die Medien direkt kontrollieren und zu reinen Werkzeugen ihrer Macht degradieren.

    Mubarak, alt und gesundheitlich angeschlagen, baut heute seinen Sohn als Nachfolger auf, denn das tyrannische ägyptische Regime (seit 30 Jahren regiert er mit Notstandsgesetzen), muss sich demnächst Wahlen stellen. Ob sie fair sein werden, bleibt abzuwarten. Um ihn in der Öffentlichkeit aufzuwerten und als 'Mann des Friedens' aufzubauen, denkt man sich auch solche Tricks aus, mit dem das ägyptische Volk getäuscht werden soll.

  1. Nur noch der Fotograph selbst kann wissen, ob es sich um Original oder Fälschung handelt.
    Ich habe schon oft darüber nachgedacht, dass wir letztlich einen "große Glaubensgemeinde" sind.
    Es müsste JEDER auf JEDEM Gebiet Experte sein, um wirklich immer zu WISSEN, was ist.
    ...aber wann das menschliche Hirn so weit ist^^?

  1. Joachim sagt:

    Eigentlich sollte sich auch schon in Ägypten rumgesprochen haben, dass die Medien die zweitgrößten Lügner sind, nach den Politikern!

  1. War da nicht etwas mit einem Bild eines (mutmaßlichen) Einzelattentäters, welches ihn mit Gewehr und marxistischer Zeitung zeigte? Es war jemand der sich nach seiner Festnahme so ausdrückte:

    "Ich bin nur der Sündenbock!" ("I'm just a patsy!").

    Der Mann hieß Lee Harvey Oswald.

    Zitiert aus dem Spiegelbericht "Lichtpunkt im Auge" von Frank Thadeusz vom 1. März 2010:

    Auf dem Treffen der Vision Sciences Society in Florida will der Fotokriminalist das Thema nun neu aufrollen: "Wir können heutzutage keinem veröffentlichten Bild mehr trauen", warnt er, "aber unseren eigenen Augen eben auch nicht."

    Osama Bin Laden "nur ein Sündenbock"? Wir, (die "folgsame" Öffentlichkeit), wissen nichts. Zur Ablenkung? Zur Desinformation? Zur Manipulation? Zur Feindbildkreation? Weil es doch die Wahrheit ist? Weil man damit Geld verdienen kann > verkaufe das Produkt, koste es was es wolle?

    Und die Öffentlichkeit? Sie weiß nach wie vor nichts, und doch, selbst wenn man es ahnt, dass man betrogen wird:

    Betrug bleibt Betrug! Lüge bleibt Lüge!

    Und dieses gefälschte Staatsbild, in diesem Falle einer ägyptischen Zeitung, ist eine Täuschung. Das man es doch ahnen könne, doch nur betrogen zu werden, macht es nicht besser. Es bleibt eine Lüge!

  1. ttornado sagt:

    dafür muss man nicht nach ägypten, der blick macht so zeug auch.

  1. Paladin sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=-OM6bXA4N9E&NR=1
    das destabilisierende Element des Islamismus durch Amerika geschaffen/ gefördert! Ein Schachzug, wie so vieles andere auch... lieber Freeman, liebe Leute - dieses Interview über 7 Teile ist sensationell - klickt es an un verbreitet es - einmalig entlarvend nochmal die Zusammenfassung der Geschichte... von einem absoluten Kenner vom Kaliber eines Hörstel, Freeman und mehr...

  1. KPAX sagt:

    Kennt man ja auch von Berluscone,der hat mal kurzerhand die Anzahl der Menschen auf einer Kundgebung oder so was,vervielfacht.